Kleine Erdmännchen im Dom – Monsignore Robert Kleine segnet Standarte
29. Dezember 2017

Erdmännchen feiern das Miteinander

Erdmännchen feiern das Miteinander

Das Motto „Mer danze us der Reih“ ist bei den „Kleinen Erdmännchen – Kölsche för Kölsche von 1994 e. V.“ Programm. Denn statt um Prunksitzungen, Gardekorps oder Ehrendienstgrade geht es der charmanten Gesellschaft vor allem um das Miteinander. So hat sich der Verein die Unterstützung von Bedürftigen und Benachteiligten auf die Fahnen geschrieben. „Ein wichtiger Faktor, der den Karneval ausmacht, ist das Überwinden von Vorurteilen. Jeder Jeck ist anders, aber keiner
wird ausgeschlossen. Wir rücken diejenigen in den Fokus, die es im Leben schwerer haben als andere“, meint Geschäftsführer Manfred Eupen.
In diesem Jahr erhält die Erdmännchenbande um die Vorsitzenden Peter Kerscher und Elke Schweren sowie Schatzmeister Karsten Kircher erstmalig den Segen von „ganz oben“: Wie es sich für eine gute Gesellschaft gehört, verfügt der Verein nun über eine eigene Standarte, gespendet von Ordensfabrikant Ewald Kappes und von Ulli Weber. Auf die offizielle Präsentation der schmucken Fahne folgte die feierliche Weihung im Kölner Dom durch Domdechant Monsignore
Robert Kleine. „Mit diesem göttlichen Beistand hoffen wir, bei unserer Wohltätigkeitssitzung im Sartory-Saal ein herausragendes Spendenergebnis zu erzielen“, so Eupen. Dazu tragen nicht nur die Gäste bei, sondern auch Künstler wie Bernd Stelter, Achnes Kasulke, die Domstürmer, die Boore oder Willi & Ernst, die auf ihre Gage verzichten.
„Wir freuen uns, dass wir jedes Jahr aufs neue Künstler finden, die unser Bestreben unterstützen“, betont Vorsitzender Kerscher. Um Karnevalisten zu ehren, die sich besonders um den Verein verdient gemacht haben, verleiht die KG seit drei Jahren das „Goldene Erdmännchen“. 2018 geht die Auszeichnung an den Kölschen Schutzmann Jupp Menth, der im Vorjahr seine Büttenrednerkarriere beendete. Das Sitzungspublikum dürfe sich laut Kerscher auf einen emotionalen Höhepunkt freuen.
Einen Höhepunkt der unterhaltsamen Sorte bot zudem die Eröffnung der fünften Jahreszeit am 11.11. im Gürzenich. Hier sorgte nicht nur eine Verlosung – als Hauptpreis war ein Auto aus dem Autohaus Dirkes zu gewinnen – für Begeisterung.
Die Ernennung unzähliger Präsidenten garantiert Jahr für Jahr großes Vergnügen. Um Kurzzeit-Chef zu werden, müssen Bewerber einen Obolus von 50 Euro in den Spendentopf stecken und schon sind Präsidentenkette und Urkunde gesichert – allerdings nur so lange bis die nächsten 50 Euro in der Kasse landen.
„Dieser Brauch basiert auf unserer Gründungsgeschichte“, verrät Manfred Eupen. Denn es war der Elfte im Elften des Jahres 1981, als einige Jecken im Ratskeller am Alter Markt zusammenkamen. Von einem Lokalgast angesprochen, wer die lustige Truppe sei, antwortete Adi de Haas – damals Präsident der „Großen KG von 1823“ – spontan: „Wir sind die kleinen Erdmännchen!“ Das gefiel dem Neugierigen und er wollte sogleich Mitglied werden. Da beschlossen die frischgebackenen Erdmännchen, dass er gegen einen Beitrag von 50 Mark das Präsidentenamt einnehmen könnte. Gesagt, getan und der mit einer selbstgebastelten Gemüsekette dekorierte Vorsitzende war ernannt – bis der Nächste daherkam und sich die Würde „erkaufte“.
„Der Rest ist Historie“, lacht Manfred Eupen.

Quelle: Top Magazin Köln, Top Karnevalsausgabe 2018